
Wenn
es um das Thema "Fütterung von Kaltblutpferden" geht, ist man sich unter Pferdebesitzern und/oder Laien uneins.
Bevor man sich jedoch den Kopf zerbricht über das "Wieviel?" und "Was?" Gedanken macht, sollte man sich im klaren
darüber sein, dass Futteraufnahme mehr bedeutet als nur fressen und satt sein.
Ein Pferd (egal welcher Rasse, egal ob Vollblut, Warmblut, Pony oder Kaltblut) verbringt täglich
durchschnittlich ca. 12 bis 16 Stunden mit der Nahrungsaufnahme!
Diese Zeit ist notwendig da der Magen eines Pferdes nur sehr geringe Mengen an Futter aufnehmen
kann und das Pferd so dem Körper ständig neue Energie zuführen muss.
Beim fressen bewegt sich das Pferd ruhig und gleichmäßig. Dieses gleichförmige dahingrasen wird
nur selten durch plötzliches Hochschrecken, Davonjagen, und gelegentliches Dösen
(Schlafen im Stehen) unterbrochen.
Die Hauptarbeit bei der Verdauung, die je nach Futterart
24 bis 50 Stunden beträgt wird vom Dickdarm geleistet. In ihm werden die Rohfaseranteile des
Futters zerlegt. Dabei wirkt der Rohfaseranteil des Futters im Darm als Wasserspeicher und
führt dem Körper bei großer Belastung entsprechend Flüssigkeit zu.
Grundsätzlich unterscheidet man 5 Futterarten:
Saftfutter (Gras, Silo, Karotten, Futterrüben, Äpfel etc.)
Rauhfutter (Heu, Heulage und Stroh)
Kraftfutter (Getreide, besonders Hafer und Mischfutter)
Mineralfutter und diverse Futtermittel
diätische Futtermittel
In der Weidezeit besteht daraus die Hauptnahrung des Pferdes. Ein ausgewachsenes Pferd benötigt dabei täglich etwa 70 bis 100kg! Um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen, empfiehlt es sich sehr fette Wiesen abzuteilen und den Pferden nur Portionsweis e zum grasen anzubieten. Dadurch lässt sich zum Beispiel Hufrehe vorbeugen. Für ein leicht arbeitendes Pferd reicht die Energiezufuhr des Grases aus. Bei mittel bis schwer arbeitenden Pferden muss jedoch Kraftfutter zugefüttert werden.
Ein erwachsener Kaltblüter braucht täglich ca. 10 bis 15 kg.
Wobei sich der Bedarf je nach Arbeitsleistung erhöht: schwer arbeitende Pferde ebenso wie hochträchtige
Stuten brauchen bis zu 20 kg Heu pro Tag. Eine gute Qualität des Heus ist Voraussetzung. Für ältere
oder junge Pferde im Zahnwechsel darf es auch ruhig mal etwas weicheres Heu sein, ansonsten wird ein
fester Halm bevorzugt.
Pferde sollten, wenn möglich, immer den ersten Schnitt bekommen, da der
zweite weicher ist und in der Regel nicht gründlich genug gekaut wird und es so zu
Verdauungsstörungen bis zur Kolik kommen kann. Gut mit Stroh vermischt kann aber auch
der zweite Schnitt verfüttert werden.
Hierbei wird das Gras kurz bevor es zu Heu wird in Runde Ballen gepreßt und mit Folie umwickelt. Durch diese Verpackung wird die Austrocknung und Fäulnissprozeße verhindert. Bei Pferden ist diese Art von Futter sehr beliebt da es noch aromatischer ist als gutes Heu und auch nicht staubt, was es auch für Allergiker geeignet macht.
Silage ist mit der vorher genannten Heulage nicht zu verwechseln. Sowohl
von der Qualtität als auch vom Gehalt her. Silage wird im allgemeinen
eher an Rinder verfüttert und dementsprechend ist auch seine Beschaffenheit.
Wegen des vielen Eiweißes in der Silage darf man nur geringe Mengen
an Pferde verfüttern.
Stroh ist meistens recht preiswert und beschäftigt das Pferd den
ganzen Tag lang. Es wird beknabbert und durchgekaut und wenn die Heuration
aufgebraucht ist beschäftigt sich ein Pferd stundenlang mit der Einstreu,
was den natürlichen Rhythmus des Verdauungssystems in Gang hält.
Futterstroh sollte zur freien Verfügung des Pferdes stehen. Wenn
ein Kaltblüter am Tag 5 bis 10 kg Futterstroh frisst ist das normal,
solang die Hauptnahrung aus Heu oder Heulage besteht. Am besten eigenen
sich als Futterstroh: Gersten-, Weizen- und Haferstroh.
Kraftfutter – ist kein Sattmacher, sondern soll dem Tier Energie geben!
Ist wohl die am meisten gefütterte Kraftfuttersorte. Hafer unterscheidet sich von den anderen Krippenfuttermittel dadurch das er ein relativ hohes Maß an ungesättigten Fettsäuren hat die sich positiv auf den Verdauungstrakt und den gesamten Stoffwechsel des Pferdes auswirken.
Mais enthält im gegensatz zu Hafer weniger Eiweiß und Rohfaser, dafür aber mehr Energie. So können 800g Mais zum beispiel 1 kg Hafer ersetzen und ist deswegen besonders für die Fütterung von mittel bis schwer arbeitenden Pferden geeignet. 30-50% ihres Kraftfutteranteils dürfen aus Mais bestehen.
Gerste ist bei uns weniger als Kraftfutter bekannt. Eignet sich aber dadurch das sie ebenfalls weniger Eiweiß hat auch ausgezeichnet zur Fütterung der schweren Pferde. 1 kg Hafer kann durch 900g Gerste ersetzt werden
Davon darf ein Kaltblüter bis zu 20 kg pro Tag fressen jedoch muss darauf geachtet werden das die sonstige Kraftfutterration verringert wird das Karotten sehr viel Energie enthlaten. 10 kg entsprechen etwa 1,6 kg Hafer......
Zuckerrüben empfehlen sich wegen ihres hohen Energie gehalts für
schwer arbeitende Tiere. 15 kg Zuckerrüben ersetzen ca. 4,5 kg Hafer.
Futterrüber können in größerem Umfang verfüttert
werden, weil ihr Energiegehalt nur ca. halb so hoch ist. Bis zu 25 kg
darf man hiervon täglich verfüttern.
Hierbei sollte die Grenze von 5 kg pro Tag nicht überschritten werden, da es sonst zu Durchfall kommen kann. Ebenso sollte darauf geachtet werden das man kein fauliges Obst füttert.
Manche unserer Vierbeiner sind geradezu vernarrt in zb. Bananen oder ähnlich Südfrüchte. Diese Früchte braucht man ihnen nicht vorenthalten, allerdings sollte man sie nur in geringen Mengen gegeben werden und nicht Pfundweise.
Ungekocht kann man einem erwachsenen Kaltblut bis zu 150g täglich füttern. Wenn man ihn in größeren Mengen verfüttern will muss man ihn mindestens 10 Minuten Kochen und aufquellen lassen. Er enthält eine menge an Schleimstoffen die sich positiv auf die Darmflora auswirken.
Sie fördern ebenfalls die Verdauung wenn sie angefeuchtet sind. Trocken machen sie eher "peppig". Pferde mögen sie wegen ihres nussigen Geschmacks sehr gerne. Sie sollte aber nur in massen verfüttert werden.
Kleiemash wirkt abführend und erleichter also den Magen-Darm-Trakt.
Zubereitung:
In einen Futtereimer (10-12l) etwa zu1/4 mit Quetschhafer, 1/2 mit Kleie
und eine flache Handvoll Salz und eine Hand voll geschrotteten Leinsamen.
Das ganze wird durchgerüht und mit heißem Wasser zu einem Brei
verarbeitet.
Wenn dieser Brei auf Körpertemperatur abgekühlt ist kann er
verfüttert werden.
Mash gibt es auch in verschieden Sorten fertig im Fachhandel zu kaufen.
Pferde knabbern gerne
an Ästen und Zweigen herum. Dies dient der Zahnpflege. In den Stall
gehängt beugen sie Langeweile vor.
Gerne verwendet wird Tanne und Fichte. Ebenso beliebt sind Obstbaumschnitte
und Birkenzweige.
Ein angenehmer Nebeneffekt der Baumspeise ist dass das Holz an Stall und
Auslauf in frieden gelassen wird.
Letzte Aktualisierung: 12.03.2008
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