
Unsere Pferde heute werden genauso von ihren Urinstinkten geprägt und gleitet wie auch seine Vorfahren vor Millionen von Jahren. Die Urmerkmale des Pferdes (Fluchttier, Herdentier und Pflanzenfresser) prägen die Reaktionen auf jede Situation der das Tier ausgesetzt ist/wird. Da das Pferd von Natur aus ein Fluchttier ist, sind Skelett, Muskeln und Sehnen natürlich entsprechend aufgebaut. Das Tier muss in der Lage sein binnen Sekunden, auch das Kaltblut, seine Höchstgeschwindigkeit erreichen zu können um sich in lebensbedrohnlichen Situationen retten zu können. Diese Fähigkeit gehört zum Selbsterhaltungstrieb der Tiere, deshalb ist es auch nicht verwunderlich das selbst alte, kranke und sehr schwache Tiere in bedrohlich wirkenden Schrecksituationen noch Höchstleistungen erbringen können. Solche Leistungen kann das Pferd jedoch, ohne auf lange Zeit gesehen Verschleiß an den Gelenken der Beine hervorzurufen, nur durch ständige gleichmäßige Bewegung erbringen. Da die meisten der Pferde jedoch im Stall gehalten werden ist bei 20-22 Stunden stehen im Stall mit nur 1-2 Stunden Bewegung am Tag frühzeitiger Verschleiß vorprogrammiert. Viele Pferde müssen wegen Sehnen- und Gelenkschäden bereits frühzeitig eingeschläfert werden (auch Kaltblutpferde). Das gleiche gilt natürlich auch für die Organe, insbesondere Herz und Lunge, auch sie können nur durch ständiges Training (Bewegung) gesund und belastbar gemacht werden. Durch Staub werden die empfindlichen Atmungsorgane des Pferdes jedoch ständig belastet. Die Lebenserwartung der Pferde steigt, durch gesellige Haltung (Herdentiere) und sorgt für ein ausgeglichenes Tier, all das bewirkt artgerechte Haltung!!
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Einzel- und Gruppenhaltung, Boxen, Lauf- und Offen- bzw. Bewegungsställen.
Kaltblutpferde brauchen aufgrund ihrer Größe und des Körpervolumens grundsätzlich mehr Platz als andere Pferde mit gleicher Größe. Daher sollte eine Box für einen Kaltblüter zusätzlich zum üblichen Maß ("doppelte Widerristhöhe im Quadrat") mindestens 2-3m² größer sein damit sie dem Kaltblüter ausreichend Platz bietet. Selbstverständlich ist für täglichen Freigang im Auslauf bzw. auf der Koppel Sorge zu tragen.
Ein Laufstall kann überall dort hervorragend eingesetzt werden wo ein Offenstall nicht möglich ist. Zwei oder mehrere Pferde teilen sich einen einzigen Stall, in dem sie sich frei und ungebunden bewegen können wie sie wollen. Über die Größe des Lauf- bzw. Offenstalls ist gesagt das er pro Tier etwa dem einer Box entspricht.
Viele Pferdebesitzer haben Angst ihre Tiere in Gruppenhaltung zu geben da sie Angst vor Auseinandersetzungen und Rangeleien haben. Diese Angst ist jedoch völlig unbegründet da die Tiere untereinandere die soziale Rangordnung achten und es in der Regel bei Gruppenhaltungen noch nie zu schwerwiegenden Verletzungen gekommen ist.
Letzte Aktualisierung: 12.03.2008
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