Magichorse alles über Kaltblutpferde

Krankheiten

Genauso wie auch bei jedem anderen Pferd, so gilt auch beim Kaltblut als allererste Regel "beobachten", "erkennen" und daraus resultierend "behandeln"!! Wer sein Pferd kennt merkt die ersten Anzeichen von Unbehagen und Unwohlsein sofort und kann somit früh genug reagieren.

Mauke

Mauke ist eine "bakterielle Mischinfektion" im Fesselbereich. Dort entstehen durch sie kleine nässende Stellen (vor allem in der Fesselbeuge), welche jucken und im aufgekratzten Zustand einem Mückenstich ziemlich ähnlich sehen. Da die aufgekratzten Stellen nach einiger Zeit verschorfen und der Schorf abtrocknet und wieder juckt ist das ganze ein ewiger Kreislauf. Es wird erneut gekratzt bis wieder alles nässt und sogar blutig wird, kommt dann noch Schmutz in die Wunde entzündet diese sich natürlich sofort. Das größte Problem von Mauke ist das sie im akuten Stadium sehr schmerzhaft ist und irgendwann dickwulstig vernarbt und diese Narben in schlimmen fällen auf die Sehnen der Pferdebeine drücken, und zu Lahmheiten führen können. Hauptursache von Mauke ist fast immer ein Pflegemangel. Zur Verbeugung hat sich die Anwendung von Melkfett (1-2 mal pro Woche in der Fesselbeuge auftragen) gut bewärt, da das Melkfett Wasser abweisend wirkt.

Behandlung

Auf gar keinen Fall sollte man hierzu den Fesselbehang abschneiden, sollte man jedoch anders wirklich nicht an die betroffenen Hautstellen herankommen dann auf gar keinen Fall kürzer als 2 - 3 zentimeter abschneiden da sonst der nachwachsende Fesselbehang juckt und wir ja jedes jucken bzw. Kratzen vermeiden wollen. Am Anfang müssen die Bakterien bekämpft werden durch die Mauke ausgelöst worden ist. Gut geeignet sind hierfür Salben wie Braunol oder Betaisodna (Hausmittel: Bienenhonig oder Honig-Schweineschmalz-Mischugn ;-) ) Sobald der Heilungsprozeß einsetzt muss man darauf achten die Wunden geschmeidig zu halten damit der sich bildende Schorf nicht wieder anreiz zum kratzen geben kann, dies geschieht mit fettenden Salben (wer schon mit Honig behandelt hat kann auch dabei bleiben).


Raspe

Das Krankheitsbild ist der Mauke sehr ähnlich nur das Raspe hauptsächlich im Bereich der Vorderfußwurzelgelenkbeuge vorkommt.

Behandlung

Wie bei Mauke.


Fußräude

Ihre symptome sind die gleichen wie bei Mauke und man merkt den unterschied nur dadurch das sich die Fußräude nicht nur im bereich der Fesselbeuge befindet sondern auch oberhalb, das Bein hoch, während die Fessel selber nicht befallen ist. Fußräude ist nicht durch Bakterien bedingt (so wie Mauke) sondern durch Parasiten (Milben).

Behandlung

Es eignet sich ein Antaparasitikum das zwar die Milben bekämpft, jedoch das Pferd möglichst schont. Sehr wichtig ist hier auch die Kontrolle nach der Behandlung, denn es kommt nicht selten vor das die Parasiten wieder kommen!


Muskeln und Gelenke

Für jeden Sportler in unserer Gesellschaft ist es eigentlich selbstverständlich das er sich bevor er an seine Übungen herangeht und Leistungen verbringt aufwärmt. Warum denken wir nicht genauso bei den Pferden? Lehrbücher predigen schon immer die Aufwärmphase, dennoch wird sie in der Praxis äußerst selten oder nie angewandt. Reipferde (also auch Katlblüter) sollten bevor mit der Arbeit begonnen wird erst ein paar Runden im Schritt geführt werden um Sehnen und Muskeln auf die Arbeit vorzubereiten, nach dem Aufsitzen sollte man das Pferd auch noch ca. 10 Minuten am losen bis langen Zügel im Schritt gehen lassen. Auch Zugpferde sollten vor ihrem Einsatz erst aufgewärmt werden und 10-15 Minuten geführt und dann erst angespannt werden. Die Schrittzeit die ein Pferd benötigt hängt auch stark von der Haltung des Tieres ab. Pferde aus Offenstallhaltung brauchen in der Regel viel weniger Schrittzeit als Pferde die in der Box gehalten werden, da dieses ja den ganzen Tag in Bewegung sind und sich im Stall frei nach ihren Wünschen bewegen können. Wird diese Aufwärmphase bei den Pferden nicht eingehalten sind Schäden an Muskeln und Gelenken natürlich vorprogrammiert.


Würmer

Genauso wie jedes andere Pferd auch so muss auch ein Kaltblüter im gleichen Turnus entwurmt werden (Weideauf- und Weideabtrieb, zwischen Dezember und Januar gegen Dasseln). Meistens ist bei den Kalten allerdings das Problem das ihr Gewicht unterschätzt und die Dosis somit unterdosiert wird und damit nicht wirksam ist. Wurmkuren können meist bedenkenlos für mehrere hundert Kilo überdosiert werden. Also lieber etwas mehr geben als das Risiko einer missglückten Behandlung tragen!


Schwitzen - abkühlen

Wenn das Pferd zum Beispiel nach einer Reitstunde stark schwitzt und dann zu schnell abgekühlt wird können Muskelverspannungen auftreten. Man sollte immer darauf achten das das Pferd nach getaner Arbeit eingedeckt wird. Dies hat nichts mit Verwöhnung zu tun sondern ist wichtig für eine Robuste Gesundheit des Tieres. Das gleiche gilt auch für nach der Arbeit verschwitze Pferde. Abspritzen ist eine Wohltat für das Pferd, jedoch sollte darauf geachtet werden lauwarmes Wasser (auch im Sommer) zu verwenden. Hat man nicht die Möglichkeit oder die Zeit für eine Ganzkörperwäsche so tut es auch ein Schwamm und zwei bis drei Eimer lauwarmes Wasser. Danach das Pferd immer mit dem Schweißmesser abziehen.

Seitenanfang

Letzte Aktualisierung: 12.01.2005

© by Magichorse.de All rights reserved