Kapellen, Wegkreuze und Marterl sind Mahnmale, die Menschen seit alters her aufgestellt haben, zur Erinnerung oder zum Dank an ein Ereignis. Sie zeugen vom Glauben und der Frömmigkeit vergangener Generationen und des könnens der Steinhauer und Schmiede die Sie geschaffen haben. Viele solcher Kapellen und Wegkreuze finden sich in der Stadt Furth im Wald und seinen Ortsteilen.
Der Begriff Kapelle kommt eigentlich aus dem Mittelitalienischen, dort bedeutet Capella soviel wie kleiner Umhang, womit der Mantel des Hl. Martin gemeint ist. Um 800 nach Christi wurde daraus eingedeutscht die Kapelle welche sich auf sakrale Andachtsräume in Schlössern, Burgen und anderen Bauwerken bezog, also Burgkapelle, Schlosskapelle, Wallfahrtskapelle, Toten- und Taufkapellen.
"Man möge an Wegesecken, wo man sich zu begegnen pflegt, Kreuze errichten", so soll es Papst Leo III. der um 800 gelebt hat angeordnet haben. Wegkreuze wurden früher in einigen Gegenden auch "Urlauberkreuze" genannt, da Pilger die sich auf eine Pilgerreise begaben bis zu diesen Kreuzen von ihren Angehörigen begleitet wurden und dann von ihrer Familie "Urlaub" nahmen um sich auf die Pilgerreise zu begeben.
Als Bildstock werden Säulen aus Holz oder Stein bezeichnet in denen Bilder der Gottesmutter oder anderer Heiliger aufbewahrt werden. Man findet sie oft auch an Hauswänden oder in Erker- und Giebelnieschen.
Marterl haben den gleichen Ursprung weisen aber meist auf einen Unfall mit tödlichem Ausgang hin. Das Wort Marterl kommt vom griechischen "martyros" was soviel wie "Blut-Zeuge" heißt.
Die Gründe für das aufstellen eines Kreuzes oder den Bau einer Kapelle gestalten sich vielfältig und sind nur noch selten genau bekannt. Als einst weit sichtbare Land- und Wegmarken übernahmen Beispielsweise Wegkreuze vermutlich auch die Funktion von Wegweisern. Kapellen bildeten Stationen und Zielpunkte von Bittprozessionen. Auch in der heutigen Zeit werden in vielen Kapellen und an einigen Marterln noch Maiandachten gehalten.
Anlässe für die Errichtung waren häufig Stiftungen für erhörte Fürbitten, Dank für überstandene Gefahren oder zum Gedenken an durch Unfall zu Tode gekommene Angehörige.
Weitere Einzelheiten und Bilder zu den verschiedenen Kapellen, Wegkreuzen und Marterln erhalten Sie mit der Interaktiven Karte. Dort können sie durch Auswahl des Standortes oder der jeweiligen Nummer, Bilder und Informationen dazu abrufen.
© ochsenmeier-pc.de letzte Aktualisierung 24.09.2009